Etikette

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Impression: Venezianische Maske

Basics

Die Gesellschaft der Camarilla unterhält eine straffe und an höfische Verhaltensweisen angelehnte Ordnung. Der Status eines jeden Gesellschaftsmitgliedes ist Grundlage der gesellschaftlichen Position und den damit verbundenen Anforderungen bzw. Freiräumen innerhalb der Gesellschaft. Die Gesichtspunkte der Etikette sind allgemeingültig und mindestens grob jedem bekannt. Als Vampir bewegt man sich in der Gesellschaft am sichersten, wenn man die Regeln des Miteinanders berücksichtigt. Andernfalls drohen Repressalien.

Als zugrunde liegendes Element der Etikette fungiert die Statusleiter:

  • Prinz
  • Ahn mit Amt
  • Ahn
  • Ancilla mit Amt
  • Ancilla
  • Neonat mit Amt
  • Neonat
  • Kind

Je weiter oben man in der Ordnung steht, desto freier und ungezwungener kann man sich bewegen, je weiter unten man steht, desto umsichtiger und vorsichtiger sollte man auftreten. Siehe auch: Gesellschaft, Status, Ämter

Etikette im Spiel

Das Thema Etikette im Spiel ist seit jeher ein "Zankapfel", da es naturgemäß verschiedene Spielansichten und Spielschwerpunkte gibt. Je nach Spiel und je nach Spielgruppe können sich also Belange der Etikette unterscheiden. Etwaige Unterschiede und unterschiedliche Ansichten über das Thema Etikette sollten nicht negativ oder anstößig gewertet werden, sondern schlicht als alternative Handhabe und Spielweise.

Die Camarilla beruht - neben anderen Grundlagen - auf einer hierarchischen gesellschaftlichen Ordnung. Es ist diese Ordnung, die die Camarilla zusammenhält und verhindert, dass ein wüstes Mit- und Gegeneinander den Alltag bestimmen. Ein entscheidender Grundstein dieser Ordnung ist demnach Anstand und Benimm, also die Etikette. Etikette bedeutet jedoch noch mehr: Es ist ein Element, mit welchem ohne körperliche Gewalt die gesellschaftliche Ordnung als Ganzes und auch die Position und Reputation jedes Einzelnen gewichtet, unterstützt oder geschwächt werden können. Etikette der gehobenen Gesellschaft ist ein "Schlachtfeld ohne Waffen", welches allein durch Gesten und Worte beherrscht wird. Und da sich in der Spielwelt viele Figuren finden, die sich als einer höheren Gesellschaft zugehörig sehen, ist die Etikette zwangsläufig ein Spielelement.

Grundsätzlich soll Etikette mit all ihren Nuancen das Spiel bereichern und nicht blockieren oder gar zerstören. Einen gang- und spielbaren Mittelweg zu finden, ist oft nicht einfach. Insbesondere, wenn man einen Mittelweg finden will, der die vielen verschiedenen Ansichten über das Thema Etikette und all die verschiedenen Spielwünsche dieses Thema betreffend unter einen Hut bringen soll. Letztlich ist hier jeder Spieler gefragt, offen und kompromissbereit etwaigen Spielanforderungen auf dem Gebiet der Etikette zu begegnen.

Fakt ist: Etikette und gesellschaftliche Aspekte gehören zu diesem Spiel dazu. Allen Zweifelnden und Unsicheren sei gesagt: üben, lernen, machen :-)

Einführung in die Etikette

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Quelle dieses Textes

Die Quelle bzw. der Urheber dieses Leitfadens ist mir leider unbekannt. Das Aufgreifen und Verwenden dieses Textes für unser lokales Spiel geschieht somit mit großem Dank an den leider unbekannten Autor! Es wurden einige wenige Veränderungen und Ergänzungen vorgenommen.

Einführung

Der eigentliche Zweck der Etikette ist die Erleichterung der Kommunikation und die Verhinderung von Missverständnissen: Sie gibt denen, die sich keine feine Erziehung leisten können, Mittel in die Hand, um sich vor der Willkür der Mächtigen zu schützen.

In der kainitischen Gesellschaft, die viel starrer und hierarchischer ist als die menschliche, erscheint es mehr als logisch, dass sich einige Grundregeln, auf denen die Etikette basiert, als allgemeingültig durchgesetzt haben und von den Ahnen und Harpyien (rücksichtslos) überwacht werden.

Gerade wenn so viele verschiedene Personen (Charaktere) aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen zusammentreffen, die in Konkurrenz zueinander stehen, ist es mehr als notwendig, eine neutrale Verhaltensbasis zu finden, damit es nicht zu Missverständnissen kommt, die unter Umständen zu schweren Eskalationen führen würden.

Somit dient Etikette in der kainitischen Gesellschaft als ein Geflecht von imaginären Ketten, die dafür sorgen, dass sich die Raubtiere (die Vampire ja sind) nicht gegenseitig ins Gehege kommen.

Man muss davon ausgehen, dass die hier genannten Grundzüge zur Allgemeinbildung und Grundausbildung nahezu jedes Kainskindes gehören, die jeder Schöpfer seinem Kind beibringt, um es für den Umgang mit anderen Kainiten zu wappnen. Dies gilt speziell für die gesellschaftlichen Clans – insbesondere für Toreador, Tremere und Ventrue ist das Wissen um Etikette kein Kann sondern ein Muss (und selbst Ghule dieser Clans lernen diese Regeln oder sterben ganz schnell). In der westeuropäischen Camarilla sind übrigens in der Regel auch Angehörige der "minderen" Clans zum überwiegenden Teil mit diesen Regeln vertraut. Hält man sich an diese Grundprinzipien, so kann man sich – auch in Anwesenheit von Ahnen – relativ sicher auf dem gesellschaftlichen Parkett bewegen.

Obwohl in dieser Einführung ein Überblick über die wichtigsten Verhaltensregeln gegeben wird, um unter Spielern größtmögliche Klarheit zu schaffen, kann auch die sture Einhaltung der folgenden Muster keine absolute Garantie für das definitiv korrekte Betragen geben. Im Endeffekt kann nur die sensible Einschätzung von Fall zu Fall einen Kainiten vor Fehltritten bewahren.

Die Fähigkeit zu solcher Einschätzung gewinnt man erst durch Erfahrung und gute Beobachtung. Deshalb sollte und darf ein Kind oder ein ungeübter Neugeborener sich nicht scheuen, seinen Schöpfer oder Mentor zu fragen, wie er sich zu verhalten hat, wenn er unsicher ist. Auch ein versierter Ancilla, dem am korrekten Verhalten der anderen etwas liegt, sollte für eine solche Auskunft keinen oder nur einen sehr kleinen Gefallen fordern.

Der gesellschaftliche Rang

Der gesellschaftliche Rang eines Kainiten setzt sich aus drei Faktoren zusammen: Status, Amt und Ansehen (im Sinne von Berühmtheit und Ruf).

Hierbei gilt grundsätzlich: Status vor Amt vor Ansehen, wobei jedoch ein besonders hohes oder schlechtes Ansehen beides überflügeln kann. Wenn man Nichts über das Ansehen des Charakters weiß, dem man gegenübersteht, empfiehlt es sich, es außer Acht zu lassen, oder sich an seinen Ahnen oder den Harpyien zu orientieren. Ausgenommen aus dieser Regel ist generell nur der Prinz, der in seiner eigenen Domäne von der Etikette her betrachtet immer den höchsten Rang innehat.

Status ist die Summe aus der Anerkennung, die ein Kainit innerhalb der Gesellschaft der Camarilla genießt und dem Alter des Kainiten, wobei die gesellschaftliche Anerkennung überwiegt. Die Harpyien bzw. die Ahnen (des Ahnensalons) legen den Status fest, wobei hier eine Kombination verschiedener Faktoren eine Rolle spielt. Dazu gehört politischer Einfluss in der Camarilla (meist über die Domäne hinaus), Einfluss im Clan, besondere Verdienste, persönliches Charisma und eben nicht zuletzt angemessenes und vorbildliches Benehmen.

Die Anforderungen, die an Kainiten bezogen auf die o.g. Punkte gestellt werden, steigen mit zunehmenden Status immer höher.

Die Rangordnung der kainitschen Gesellschaft

Die allgemeingültige Hierarchie bezogen auf den gesellschaftlichen Umgang setzt sich also zusammen aus dem Status:

  • Ahn
  • Ancilla
  • Neugeborener
  • Kind (kein eigener Status)

… und der politischen Rangordnung:

  • Prinz
  • Prinzregent / Seneschall (Stellvertreter des Prinzen)
  • Erstgeborene und andere Ämter
  • Andere

Ob Ämter wie Blutvogt, Hüter des Elysiums oder Harpyie über oder unter einem Erstgeborenen einzugliedern sind, hängt vom Ansehen der Amtierenden und von der Handhabung in der jeweiligen Domäne ab.

Ein politisches Amt (ausgenommen dem des Prinzen) kann den altersbedingten Status grundsätzlich nicht überwinden, es gilt im Allgemeinen also folgende Rangfolge:

  • Prinz der gastgebenden Domäne
  • Prinzen anderer Domänen
  • Ahn mit Amt
  • Ahn
  • Ancilla mit Amt
  • Ancilla
  • Neugeborener mit Amt
  • Neugeborener
  • Kind

Es gibt hierbei Ausnahmen: In Abwesenheit des Prinzen der Domäne ist sein Stellvertreter automatisch in der Rangfolge an höchster Stelle. Hinzu kommt z.B. noch, dass das gesellschaftliche System der Camarilla der internen Struktur einzelner Clans, z.B. bei Haus und Clan Tremere, weicht, wenn diese Clans unter sich sind.

Die o.g. Abstufungen sind vor allem in den höheren Bereichen übrigens häufig hauchdünn, trotzdem sind sie immer da und so undurchlässig wie Beton.

Die größten Trennungen liegen naturgemäß in den statusbedingten Parametern, also z.B. zwischen Ahn und Ancilla mit Amt oder zwischen Ancilla und Neugeborenem mit Amt. Aus diesem System ergibt sich übrigens auch, dass Prinzen, die selbst gesellschaftlich nur Ancilla sind, versuchen ihr Amt zu betonen und ihren Status "zurückzuhalten".

Bei gleichrangigen Kainiten verschiedenen Geschlechts sollte der Herr immer der Dame den Vorzug geben. Inwieweit der Herr der Dame über ihren Rang hinaus den Vorzug gibt, hängt von dessen Persönlichkeit und beider Ansehen ab. Außerdem hat bei Gleichrangigen ein Mitglied der gastgebenden Domäne den höheren Rang, allerdings ist dieses Gefälle von geringem Gewicht.

Ghule, Anarchen und Caitiff haben keinen Status und demnach kein Anrecht auf Respektsbezeugungen, können allerdings in seltenen Fällen so viel Ansehen (s.u.) gewinnen, das ihnen Sonderrechte eingeräumt werden (z.B. der Ghul eines Prinzen).

Die Vorstellung

Die Vorstellung ist häufig bereits der entscheidende Moment, indem man von Ahnen und Harpyien geprüft und für akzeptabel oder wertlos befunden wird. Der erste Eindruck ist auch und gerade unter Kainiten von absolut entscheidender Bedeutung.

Die folgenden Abstufungen sind der Standard für eine formelle Vorstellung:

  • Ein Kind verneigt sich leicht vor einem Neugeborenen (Kopfneigung), verbeugt sich tief vor einem Ancilla, kniet nieder vor einem Ahnen.
  • Ein Neugeborener verneigt sich leicht vor einem Ancilla, verbeugt sich tief vor einem Ahnen, kniet nieder vor einem Prinzen.
  • Ein Ancilla verneigt sich leicht vor einem Ahnen, verbeugt sich tief vor einem Prinzen, kniet nieder vor einem Justicar.
  • Ein Ahn verneigt sich leicht vor einem Prinzen, verbeugt sich tief vor einem Justicar.
  • Ein Prinz verneigt sich vor einem Justicar und kniet vor niemandem.

Anmerkung: Es gibt Spielausrichtungen, die die Statusstufen um jeweils eine Position anziehen bzw. verschärfen: So würde beispielsweise von einem Neonaten die Handlungsweise erwartet werden, die in der gegebenen Übersicht einem Kind zugeordnet ist, und von einem Ancilla würde das Verhalten erwartet werden, das in der Aufstellung einem Neugeborenen zugeordnet ist.

Generell gelten folgende Regeln und Tipps für Vorstellungen:

  1. Überlasse dem Ranghöheren immer die Wahl über die Begrüßungsform. Das heißt: Man verbeuge sich zunächst standesgemäß. Wenn der Ranghöhere dann die Hand reichen will, sei es zum Händedruck oder zum Handkuss, wird dies angenommen. Man erspare sich die Peinlichkeit, dass sich ein Ranghöherer weigert, die eigene, vorschnell dargebotene Hand zu nehmen. Bei einer formellen und vollständigen Vorstellung der eigenen Person sollte man nacheinander erwähnen: Name, Status, Clan, evtl. politisches Amt und Domäne (die Reihenfolge ist nicht zwingend, sie empfiehlt sich nur aus Sprachfluss-Gründen: "Mein Name ist X, Ancilla des Clans Y, Erstgeborener der Domäne Z" Das sind die Grundinformationen, die man von sich aus preisgeben kann. Es ist nicht üblich und nicht notwendig, außerhalb des eigenen Clans mehr zu erwähnen. Man sollte sich langsam, laut und deutlich vorstellen, damit dem Gegenüber peinliches Nachfragen erspart bleibt und damit keine unangenehmen Missverständnisse entstehen. Man vermeide peinliches Genuschel!
  2. Lass jemand anderes Dich vorstellen. Dies ist keine zwingende Regel sondern eher ein Tipp, um sich von der Masse durch einen besonders guten Eindruck positiv abzuheben (vor allem bei den Ahnen). Beispiel: Ein Neugeborener sollte sich einem Ahnen nicht selbst vorstellen, besser sollte man einen Ancilla oder den zum Clan gehörenden Erstgeborenen der Domäne finden, der gewillt ist, dies zu tun. Obacht: Das ist bereits ein kleiner Gefallen, wobei nicht jeder Charakter solch einen Lohn einfordern wird. Auch für Ancillae und Ahnen ist es angeraten, sich eine "Empfehlung" einzuholen.
  3. Unterbrich kein Gespräch unter Ranghöheren, auch nicht, um Dich vorzustellen. Dies ist ein großes Tabu, speziell, wenn man ein Gespräch unter Ahnen stört! Wenn man einen Ranghöheren begrüßen oder sprechen möchte, der sich in einem Gespräch befindet, nähert man sich der Gruppe sichtbar, bleibt außer Hörweite stehen und versucht, den Blick der Person aufzufangen und verbeugt sich ggf. leicht bzw. wenn angebracht. Wenn man von der Person ignoriert wird, wählt man einen anderen Zeitpunkt, oder lässt es besser (ist sowieso schon peinlich genug). Wenn man dem laufenden Gespräch beiwohnen möchte, sollte man nach der Vorstellung beim ranghöchsten Gesprächsteilnehmer höflich erfragen, ob dies gern gesehen ist.

Die formelle Vorstellung beim Prinzen

Vor dem Prinzen muss man sich in gebührendem Abstand standesgemäß verbeugen. Die Art der Verbeugung darf individuell variieren, je nachdem, aus welcher Kultur und Zeit man stammt und welchen Status man selber hat (bei mächtigen Ahnen, die gerne etwas provozieren, wird die Verbeugung nicht mehr als ein Nicken sein). Dann kann man sich aller Form nach vorstellen (s.o.). Im Optimalfall folgt ein kurzer Dank für die Einladung und die Gastfreundschaft und eine weitere Verbeugung, bis der Prinz das Wort an einen richtet. Der Prinz hat dann die Möglichkeit, den Gast mit ein paar Worten in seiner Domäne willkommen zu heißen, womit er den Gast in den Abend entlässt. Erst dann darf man sich vom Prinzen entfernen: Es empfiehlt sich, ein bis drei Schritte rückwärts zu gehen (und sich ggfs. vielleicht nochmals leicht zu verbeugen) bevor man dem Prinzen den Rücken zukehrt.

Ergänzung: Für Gäste einer Domäne ist zwingend daran zu denken, den Prinzen (oder dessen Vertreter) gemäß der Traditionen der Camarilla um das Gastrecht zu fragen! Zum Beispiel: "Hochverehrter Prinz, gemäß der 2. und 5. Tradition der Camarilla erbitte ich das Gastrecht für X Nächte in Eurer Domäne!" – es empfiehlt sich, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und einen angemessenen zeitlichen Rahmen anzufragen. Der zeitliche Bezug kann auch entfallen und der Vorstellende wartet auf eine entsprechende Entgegnung des Prinzen, die wahrscheinlich einen zeitlichen Rahmen enthalten wird.

Sollte man zu einer Delegation gehören oder sich im Gefolge des eigenen Prinzen befinden, so verbeugt man sich, wenn der Sprecher der Delegation sich verbeugt. Sollte der Sprecher der Delegation oder der eigene Prinz die einzelnen Namen in seinem Gefolge nennen, so tritt man ggf. vor, wenn der eigene Name genannt wird, verbeugt sich und tritt entsprechend wieder zurück.

Reihenfolge der Begrüßung

Die Vorstellung bzw. Begrüßung (und die Verabschiedung) erfolgt im Idealfall streng nach der für den Abend gültigen Rangordnung. Oft genügt es, wenn nur der Prinz und der Gastgeber förmlich begrüßt werden. Die genauen Regeln für die korrekte Begrüßung und die Reihenfolge der Vorstellungen an einem Abend erfährt man beim Hüter des Elysiums, der als Protokollchef für diese Dinge zuständig und verantwortlich ist.

Sind Ahnen der eigenen Domäne oder des eigenen Clans anwesend, ist es höflich und meist angebracht, auch diese zu begrüßen. Wenn man nicht alle Ahnen kennt oder sich nicht sicher ist, welche Ahnen man in welcher Reihenfolge begrüßen sollte, kann man sich beim Hüter des Elysiums oder einer Harpyie danach erkundigen. Es ist klüger, sich bei keinem von ihnen explizit vorzustellen, als einen von ihnen zu brüskieren, weil man ihn vergisst oder an unangemessener Stelle begrüßt. (Dies enthebt nicht der Pflicht, eine allgemeingültige Respektsbekundung in Richtung der Ahnen auszuführen.)

Begegnet man einem bekannten höherrangigen Kainiten, bevor man sich beim Prinzen oder beim Gastgeber vorgestellt hat, verbeugt man sich kurz vor ihm. Macht dieser dann den Eindruck, dass er eine förmliche Begrüßung erwartet (d.h. er richtet das Wort an den Gast oder hält ihm die Hand hin), darf man ihm diese nicht verwehren, es ist aber absolut korrekt, wenn man gleich darauf hinweist, dass man sich auf dem Weg zum Prinzen / zum Gastgeber befindet, um die gebotene Aufwartung zu machen. Ein wohlerzogener Kainit wird den Gast dann bald entlassen und anmelden, falls er wünscht, dass nach der obligatorischen Vorstellung das begonnene Gespräch fortgesetzt wird.

Trifft man auf eine Gruppe, ist man nicht verpflichtet, jeden einzeln zu begrüßen, ein freundliches Nicken in die Runde reicht. Wenn man allerdings persönlich begrüßen möchte, dann bitte jeden und in der richtigen Reihenfolge. Sollte der Hüter des Elysiums (bzw. eine Harpyie) für den Empfang der Gäste zuständig sein und sich dem Gast als solche vorstellen, darf man sich ihm ebenfalls noch vor dem Prinzen vorstellen. Diese wird ihn zum Prinzen, zum Gastgeber und dann gegebenenfalls zu einem Vertreter seines Clans führen. Der Hüter des Elysiums ist im Normalfall Ansprechpartner für die lokalen oder für den Abend gültigen Verhaltensregeln und kann z.B. den Gast darüber aufklären, ob der Prinz von der Norm abweichende Erwartungen an die Begrüßung stellt. Sehr häufig übernimmt diese Funktion auch eine Harpyie.

Anmerkung: Bei Abwesenheit eines Hüters oder einer Harpyie und in Domänen, in denen diese Positionen evtl. nicht besetzt sind, kann als alternativer Ansprechpartner bezüglich Regularien der Gesellschaft ebenso eine andere Person mit Amt oder ein Erstgeborener dienen.

Generelles zum Umgang mit Ahnen

Betritt ein Ahn zum ersten Mal den Raum bzw. kommt er erstmals an einen Tisch, sollten alle, die niedrigeren Ranges sind, aufstehen. Wenn er im Laufe des Abends öfter mal die Räumlichkeiten verlässt und dann wieder betritt, so braucht man nicht jedes Mal aufzustehen. Wenn also eine unbekannte Person den Raum betritt, sollte man zuerst auf die Reaktion der Harpyie oder der anderen Kainiten achten. Wenn sie aufstehen, kann man sicher sein, dass es sich um einen Ahnen handelt, und sollte selbst auch aufstehen.

Der Ahn kann dann die Höflichkeit besitzen, mit einem Zeichen zu bedeuten, dass er diese Respektbezeugung wahrgenommen hat, und dass man sich wieder setzen darf. Tut er das nicht, steht man, bis der Ahn selbst Platz genommen hat. Wenn dieser allerdings kein Zeichen gegeben hat, lange herumsteht und den Eindruck macht, sich der stehenden Kainiten nicht mehr bewusst zu sein, darf man sich nach angemessener Zeit wieder setzen und ärgern.

Man braucht nicht jedes Mal aufzustehen, wenn sich ein Ahn nur nähert. Dies wird nur erwartet, wenn ein Ahn sich selbst erhebt oder sich direkt an den Gast selbst oder an einen oder mehrere seiner eigenen Gesprächspartner richtet (auch in der menschlichen Öffentlichkeit ist es hierbei nicht falsch, das Aufstehen wenigstens ansatzweise anzudeuten). Der Ranghöchste in der Gesprächsrunde sollte dann den Ahnen einladen, am Gespräch teilzunehmen oder verdammt gute Gründe nennen, weswegen das gerade nicht möglich ist. Wenn kein Platz mehr in der Runde frei ist, so wird vom Rangniedersten erwartet, dass er dem Ahnen seinen Platz anbietet. Kommt ihm jemand Ranghöheres aus der Runde zuvor, kann er letzterem höflicherweise anbieten, seinen Platz zu behalten und dem Ahnen selbst, falls dieser noch nicht den ersten angenommen hat, im Austausch den eigenen Platz anbieten. Hat der Ahn den anderen Platz schon angenommen, so bleibt einem nur, dem nun stehenden höherrangigen Kainiten den eigenen Platz anzubieten. Kommt man diesen Erwartungen nicht nach, so kann eine unschöne Einforderung solcher Pflichten seitens einer Harpyie oder gar der Höherrangigen selbst die Folge sein.

Man sollte versuchen, einem Ahnen, der in der Nähe steht, nicht den Rücken zuzukehren. Das wird generell als unhöflich empfunden. Auch sollte man beim Durchschreiten eines Raumes darauf achten, Ahnen nicht zu stören und beim Vorbeigehen an Ahnen als Zeichen des Respekts das Haupt leicht zu beugen.

Man spricht Ahnen im Zweifelsfall mit ihrem Namen an. Ansonsten empfiehlt es sich wie immer, sich vorher zu erkundigen – eventuell auch beim Ahnen selbst – wie er angeredet werden möchte.

Prinzen sollte man im Zweifelsfall immer mit der dem Titel entsprechenden, korrekten Anrede ansprechen, im Allgemeinen ist das "Euer Majestät" oder "Euer Hoheit". Mächtige Ahnen können es auch wagen einen Prinzen ohne besondere Erlaubnis nur mit dessen Namen anzusprechen. Das sagt aber einiges über das Verhältnis der beiden zueinander aus und ist manchmal gar eine Machtprobe.

Allgemeine Verhaltensweisen

Es empfiehlt sich, auch im Laufe des Abends darauf zu achten, dass man niemandem ungewollt auf die Füße tritt. Man sollte niemals vergessen, dass für die Camarilla die Gesellschaft bzw. die Zusammenkünfte DAS zentrale Schlachtfeld sind – und für Kainiten und ihre Gesellschaft sind schon Fehler, die für Sterbliche banal wären, durchaus von Bedeutung und ausnutzbar.

Fast alle Höflichkeitsregeln der menschlichen Etikette haben auch in der kainitischen Gesellschaft Geltung:

  • Man sollte sich in ein Gespräch niemals ungefragt einmischen.
  • Man sollte seinen Gesprächspartner nie unterbrechen.
  • Will man ein Gespräch beenden, entschuldigt man sich höflich dafür. Wenn es ein Gespräch mit einem Ahnen ist, sollte man wirklich gute Gründe zur Entschuldigung vorbringen können.
  • Es ist immer besser zu warten, bis man von einem Höherrangigen angesprochen wird.
  • Es ist immer besser zu warten, bis man von einem Höherrangigen aus einem Gespräch entlassen wird.
  • Wenn man sich mit einem Höherrangigen im Gespräch befindet, darf man das Gespräch nur dann unterbrechen und gegebenenfalls aufstehen, wenn jemand hinzutritt, der einen höheren Rang hat als der Gesprächspartner.

Der korrekte Handkuss

Beim Handkuss hält die Dame ihre Hand mit dem Handrücken nach oben etwa auf Brusthöhe dem Herren hin, wenn sie sitzt (und sitzen bleiben darf), etwas höher. Hält sie die Hand niedriger und mit dem Handrücken zur Seite, heißt das wohl, dass sie keinen Handkuss erwartet. Man darf dann vorsichtig testen, ob sie nur bescheiden ist oder ob sie keinen Handkuss wünscht, indem man ihre Hand leicht zu drehen versucht. Die Hand "mit Gewalt" zu verdrehen ist ausgeschlossen, ebenso, sie zu ergreifen und zu sich zu ziehen. Der Herr sollte die Hand der Dame sanft stützen und ein wenig zu sich heben, gleichzeitig beugt er sich leicht zu ihr hinunter (je höherrangiger die Dame, desto tiefer die Verbeugung). Die Lippen berühren die Hand nicht, noch werden sie zum "Kussmund" geschürzt. Normalerweise schaut man der Dame beim Handkuss nicht in die Augen (ganz bestimmt auch nicht ins Dekolleté ^^). Am Besten senkt man den Blick oder schließt die Augen. Hält man den Blick, gilt das entweder als herausfordernd oder als Zeichen besonderer Vertrautheit und Intimität. Hält man beim Handkuss den Blick einer höherrangigen Dame, ohne das Recht dazu zu besitzen, so ist dies ein besonders grober Verstoß gegen die Etikette – und Futter für die Harpyien.

Der Schriftwechsel

Beim Abfassen von Briefen sind Anrede und Grußformel am Schluss des Briefes üblich. Die Auswahl der sprachlichen Mittel hängt vom jeweiligen Texttyp, der Botschaft und des persönlichen Verhältnisses ab.

Die Anrede erfordert die Nennung des Angeschriebenen, die Grußformel die Nennung des Verfassers. In formellen Schreiben benutzt man bei der Anrede stets die volle korrekte protokollarische Anrede des Adressaten und seinen Namen. In informellen Schreiben benutzt man bei der Anrede die diffizileren Abstufungen:

  • "Hochverehrte/r" bei 3 Stufen protokollarischen Unterschieds
  • "Sehr (oder auch hoch) verehrte/r" bei 2 Stufen protokollarischen Unterschieds
  • "Verehrte/r" bei 1 Stufe protokollarischen Unterschieds
  • "Werte/r" bei Gleichstand
  • "Geschätzte/r" zu Rangniederen

Ergänzung: Diese Auflistung gibt einen guten Überblick, aber natürlich sind Varianzen und veränderte Formen möglich. Entscheidend ist, dass der Status bzw. Rang des Adressaten in der Anrede und auch in der Grußformel am Schluss des Briefes korrekt bedacht wird. In der Aufstellung fehlt die moderne und weit verbreitete Anrede "Sehr geehrte/r" – diese kann ebenfalls gewählt werden, sie ist einzuordnen auf ungefähr ranggleichem Niveau und zu Rangniederen.

In formellen Schreiben schließt man mit einer diplomatischen Note. Wichtig ist, dass die Hochachtung für hohe Würden der Camarilla (über einem Prinzen stehend) um "ganz ausgezeichnet", bei Prinzen um "ausgezeichnet" und bei Amtsträgern um "vorzüglich" ergänzt wird: Zum Beispiel "In ausgezeichneter Hochachtung" – auch hier gilt, dass verschiedene Formulierungen eines Grußes denkbar sind, relevant ist, dass der Status des Adressaten angemessen aufgegriffen wird.

In informellen Schreiben ist es zulässig "Mit freundlichen Grüßen" oder bei einer gewissen Vertrautheit "Mit herzlichen Grüßen" zu enden. Bestimmte Clans, Sekten oder andere Fraktionen mögen einzelne Formulierungen haben, die dort verbreitet sind (bspw. "Mit bundesbrüderlichen Grüßen"). "Mit bester Empfehlung" sollte man nur grüßen, wenn man auch tatsächlich seine Dienste oder sein Eigentum zur Verfügung stellen will. "Viele Grüße" ist sehr neutral (und darum bei informellen Schreiben gut einsetzbar), aber auch völlig aussagelos. Ist der Inhalt sehr privat kann man natürlich auch mit Ausdrücken wie "Ihr ergebener Diener" oder "Stets der Ihre" schließen, um eine besondere emotionale Nähe auszudrücken, aber hier überschreitet man schnell eine empfindliche Grenze.

Während eines Schreibens erkundigt man sich immer nach dem Befinden des Adressaten und wünscht diesem am Schluss etwas Schönes, AUSSER es ist bekannt, dass er sich in einer prekären Lage befindet. Diese zu erwähnen, wenn sie nicht explizit Inhalt des Schreibens ist, gilt wiederum als unschicklich.

Bei einem Brief ist die Bitte um eine Antwort immer implizit, selbst wenn er nicht mit einer Frage endet. Wenigstens in zwei Zeilen sollte man noch den Erhalt des letzten Schreibens bestätigen und sich bedanken, selbst wenn bereits alle Fragen geklärt sind.

Eine schriftliche Einladung ist IMMER zu beantworten, selbst wenn nirgendwo R.S.V.P. darin steht, es sei denn der Einladende vermerkt explizit, dass er keine Rückmeldung wünscht.

Und zum Schluss: Auch wenn Vampire sehr langlebig und geduldig sind, einen Brief länger als einen Monat nach Erhalt unbeantwortet zu lassen, ist eine Frechheit. Ein Zweizeiler, der informiert, dass man sich einer Beantwortung später widmen wird, genügt, um eine (überschaubare) Nachfrist zu erhalten.

Kleine Ball-Etikette

Photo by Alvin Mahmudov on Unsplash

Autor: Wolf aka "Bey von Shiraz" - Vielen Dank :-)

Wie jeder gesellschaftlich genutzte Ort hat auch der Ballsaal seine eigenen Regeln und meist ungeschriebenen Gesetze. Einige davon widersprechen auf den ersten Blick dem Statussystem im Vampire Live – zumindest, bis man einbezieht, dass auch Kainiten eine Reaktionszeit und begrenzte Wahrnehmungsfähigkeiten haben, die im Gedränge der Tanzfläche da ihre Grenzen haben, wo sie auch für Menschen liegt. Um auf dem Parkett des Balls nicht auszugleiten, ist dieser kurze Leitfaden sicher hilfreich. Er gilt zusätzlich zur Etikette, nicht statt der gewöhnlichen Etikette. Übrigens: Es ist weder verboten noch schlimm, bei anderen Paaren "abzugucken", wenn Ihr unsicher seid – es geht primär um Spaß beim Tanzen und eine gute Show ;)

Auffordern, Annehmen, Ablehnen

Es ist üblich, dass der Wunsch, mit einer Person zu tanzen, durch Knicks oder Verbeugung und Worte wie "Darf ich bitten?", "Darf ich Sie um diesen Walzer bitten?" oder "Möchten Sie mit mir tanzen?" mitzuteilen. Dabei kann einladend die rechte Hand gereicht werden. Für die aufgeforderte Person – oft, aber sicher nicht immer eine Dame – ergeben sich nun zwei Möglichkeiten: Annehmen oder Ablehnen dieser Aufforderung.

Eine Ablehnung kommt nur in sehr wenigen Fällen in Frage, besonders wenn man mit der auffordernden Person an diesem Abend noch nicht getanzt hat. Geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird mit einem kurzen Hinweis deutlich gemacht und die Entscheidung damit dem Auffordernden zurückgegeben. "Ich tanze nicht!" ist hingegen das ultimative Eingeständnis gesellschaftlicher Unfähigkeit – ein gefundenes Fressen für die Harpyien. Kann oder möchte man eine Aufforderung nicht annehmen, so geschieht dies unter Angabe eines plausiblen Grundes: "Verzeihung, aber mir ist noch schwindelig vom letzten Walzer.", "Ich bin untröstlich, aber diesen Tanz habe ich bereits dem Seneschall von Hintertupfingen versprochen.", "Mein Herr, ich bin in Trauer, und es wäre wohl kaum angemessen..." oder "Es tut mir leid, aber ich werde von Fürst Sowieslaw erwartet." - natürlich nur, wenn dem auch so ist. Möchte man besonders höflich sein, kann man einen Tanz zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht stellen. Einen Tanz wegen Erschöpfung abzulehnen und kurz darauf mit einem anderen Partner über das Parkett zu schweben ist hingegen ein wirklich grober Fauxpas.

Wird die Aufforderung angenommen, wird dies durch eine entsprechende Antwort und Knicks oder Verbeugung kommuniziert. Der Herr bietet der Dame den Arm und führt sie zur Tanzfläche. Nach dem Tanz oder der Tanzrunde erfolgt eine kurze Dankesbekundung und er führt sie zurück an ihren Platz. Es ist undenkbar, eine Dame einfach auf der Fläche stehen zu lassen. Muss man den Tanz unterbrechen, teilt man dies diskret dem Partner mit, der daraufhin eine sichere Stelle zum Ausstieg aus dem aktuellen Tanz sucht. Auch in diesem Fall begleitet der Herr die Dame.

Partnerwahl

Der erste und der letzte Tanz des Balls gehören traditionell der eigenen Abendbegleitung. Diese ist auch die einzige Person, mit der ohne Aufsehen mehrere Tänze absolviert werden können – ein Ball dient der Geselligkeit, wenn keine Partnerwechsel stattfinden, ist dies nicht mehr gewährleistet. Für die Aufforderungen ist der Status nicht aufgehoben – Respektsbekundungen werden weiterhin erwartet, und um als Neugeborener eine Ahnin aufzufordern, sollte man neben dem nötigen Mut auch einen Aufhänger dafür haben, also in irgend einer Form des Kontakts stehen (und ihr vorgestellt worden sein). Ein Tanz mit einem Statushöheren kann deutlichen Statusgewinn bedeuten, während dieser nur dann einen Gesichtsverlust riskiert, wenn gesellschaftliche oder wirklich spektakuläre tänzerische Patzer geschehen. Es ist höflich, jeder Dame am eigenen Tisch / in der eigenen Gesprächsrunde die Ehre eines gemeinsamen Tanzes zu erweisen.

Verkehrsregeln

Die Bewegungsrichtung in den Schwung- und Schreittänzen (bzw. generell bei Tänzen mit Bewegung durch den Raum wie Walzer, Tango, Foxtrott, Slow Fox, Paso Doble) ist stets eine Kreisbahn _gegen_ den Uhrzeigersinn. Geisterfahren ist verpönt, und einzelne Schritte gegen die Tanzrichtung sollten nur gewagt werden, wenn wirklich genug Raum zur Verfügung steht. Zusätzlich gibt es "Vorfahrtregeln", die helfen sollen, Zusammenstöße zu vermeiden. Man kann sich eine Art Prioritätensystem vorstellen, wobei erstgenannte Konstellationen Vorrecht vor später genannten besitzen:

1. Stehende Paare in Tanzhaltung – diese sind stationäre Hindernisse, die für jeden zu beachten sind. Damit verbunden ist jedoch der Wunsch, in den Tanz einzusteigen oder ihn nach einer Pose auf der Stelle fortzusetzen. Für eine Unterhaltung verlässt man die Fläche.

2. Sich rückwärts bewegende Paare (aus Sicht des Herren) – die Dame hat zwar die Bewegungsrichtung im Blick, aber die Reaktionszeit leidet dennoch, besonders gegenüber anderen, sich bewegenden Paaren.

3. Sich vorwärts bewegende Paare – der Herr blickt in Bewegungsrichtung und kann jederzeit auf Hindernisse reagieren.

Bewegen sich zwei Paare gleicher Priorität auf eine Lücke zu, so lässt das erfahrenere, bessere Paar dem anderen den Vortritt (denn es kann selbst leichter ausweichen oder umplanen). Die Lücke einfach zu besetzen bedeutet also gleichzeitig, die Überlegenheit des anderen Paares anzuerkennen.

Da sie theoretisch nicht vorkommen, wurden stehende, sich unterhaltende, trinkende und sonstige nicht tanzende Personen nicht aufgeführt. Sie existieren quasi nicht und setzen sich einiger Gefahr aus, zwischen den tanzenden Paaren zermahlen zu werden. Kommt es zu einer Kollision, so hat dabei nie das tanzende Paar Schuld. Es heißt ja auch Tanzfläche, nicht Debattier-Arena ...

Insbesondere auf einer gut gefüllten Tanzfläche kann es notwendig sein, die eigenen Schrittgröße zu reduzieren. Kommt es dennoch zu einem Zusammenstoß, erfolgt eine kurze Entschuldigung (meist genügt ein freundliches Nicken) und die Vergewisserung, dass nichts geschehen ist. Bis auf den genannten Fall des Nichttänzers auf der Fläche ist die Schuldfrage übrigens unerheblich, und jedes Diskutieren hält nur den Betrieb auf. Respekt, Freundlichkeit, und einfach weitermachen!

Zwischenmenschliches

Tanzen bedeutet eine gewisse körperliche Nähe. Wie viel, hängt vom Tanz und dem Verhältnis der Tanzenden zueinander ab. Es ist jedoch keine Entschuldigung für unangemessene Berührungen – die berühmte Hand auf dem Gesäß ist ein Grund, den Tanz sofort und mit einer schallenden Ohrfeige zu beenden. Und mal ehrlich: OT wollen wir so etwas auch nicht erleben, oder? Ebenso ist es nicht akzeptabel, seinen Partner oder seine Partnerin für Fehler oder das Misslingen von Schritten anzugehen – oft genug liegt der Fehler bei dem, der gerade schimpft ...

~ ~ ~

... und nun viel Spaß auf dem Parkett der Camarilla :-)